Ina Geißler


Produktive Einbildungskraft – Die neuen Gemälde von Ina Geißler

Von Peter Lodermeyer

Das zentrale Thema von Ina Geißler sind gemalte Bildräume. Damit ist der produktive Widerspruch benannt, aus dem sich ihre Malerei speist und der ihren Gemälden ihre spezifische bildnerische Dynamik verleiht: Es ist der fruchtbar gemachte Konflikt zwischen dem flachen Bildträger und den ineinander verschachtelten Raumeinheiten, die sich aus zahlreichen gemalten Linien, Flächen und Strukturen zusammensetzen und sich zu einem hochkomplizierten Bildganzen verweben. Die Raumwirkung der Bilder ergibt sich durch die sehende Mitarbeit des Betrachters. Ina Geißlers Arbeiten fordern in besonderem Maße eine aktive Rezeptionshaltung, das Sehen als bewussten Akt. [mehr]

The Productive Power of Imagination – New Paintings by Ina Geißler

by Peter Lodermeyer (Translation from German Elizabeth Volk)

A major theme for Ina Geißler is painting picture spaces. This defines the productive contradiction that feeds her work, and infuses her paintings with their specific pictorial dynamics: It is the conflict-turned-fertile between the flat picture carrier and the interlocking units of spaces, composed of numerous painted lines, surfaces and structures that are interwoven to form a highly complex picture whole. The spatial effect of the pictures arises from the visual cooperation of the viewer. To an exceptional degree, Ina Geißler’s works require an active attitude in terms of reception. It is viewing as a conscious act. [more]

Zur Ausstellung TWISTER Berlin 2009

Margret Uhrmeister ⁄ Galerie Wagner + Partner

In ihrer Ausstellung Twister zeigt die Berliner Künstlerin Ina Geißler großformatige Malereien und Papierarbeiten aus ihrer neuen Serie Dichtung. Die Darstellungen von Gittern und Kugeln werden hier miteinander verschränkt: Das Gitter als Ornament ist seriell und somit grenzenlos fortsetzbar. Die Kugel dagegen, als geschlossene Form, ist hermetisch und begrenzend. [mehr]

INA GEISSLER AT PATRICK HEIDE

Time Out, Apr 15 | On the exhibition "Trapped Fallen", London 2008 | Francis Gooding

Unlike painting, architecture does not suffer from the tedious problem of having to be classed as either abstract or ‘figurative’; like music, it is pure presence - it is hard to imagine an abstract building, and buildings are not expected to show us a landscape or a person’s face. Under normal circumstances they either stand up or don’t, are either finished or under construction, are fit for their purpose or poorly suited to it. The distinction between abstraction and image is not relevant. [more]

VON DER KONSTRUKTION DES BILDRAUMES ZUR DEKONSTRUKTION DES BLICKES

Zu den neueren Raumbildern Ina Geißlers | Daniel Marzona

Vor etwa zwei Jahren begegnete ich der Malerei Ina Geißlers erstmals in ihrem schönen Atelier am Prenzlauer Berg. Sie arbeitete damals an einer Serie von Bildern, denen sie den Titel RAUMLÖSUNG zuwies und die von Vielen wohl am ehesten unter dem Schlagwort der Dekonstruktion diskutiert werden. Das scheint zunächst auch einmal schlüssig, da ihr Verfahren, ausgehend von zumeist selbst gemachten Fotografien, reale Räume mit imaginierten zu verschmelzen, in der Tat dekonstruktivistische Züge aufweist. Bemerkenswerter Weise ließen sich die Resultate dieser Vorgehensweise zumindest aus meiner Sicht keineswegs als Dekonstruktionen begreifen. [more]

FROM THE CONSTRUCTION OF PICTORIAL SPACE TO THE DECONSTRUCTION OF THE VIEW

On the New Spati al Images of Ina Geißler | Daniel Marzona
(Translation from German by Heather Allen)

I first saw Ina Geißler's paintings about two years ago in her beautiful studio in Prenzlauer Berg. She was working at the time on a series of pictures entitled RAUMLÖSUNG that were being discussed under the catchword "deconstruction". This appears at first convincing, as her practice, developed mainly from her own photographs, fuses real and imagined spaces, in fact shows deconstructive traits. Strikingly, the results of this practice, in my view at least, could in no way be comprehended as deconstructivist. [more]

Zur Ausstellung FALLEN London 2008

Patrick Heide

Ina Geißler schafft Räume; ziemlich verschachtelt doch irgendwie auch vertraut. Ina Geißlers Räume sind Grenzgänger zwischen Erkennen und Abstraktion, zwischen zweiter und dritter Dimension. Eigentlich alle Werke der Berliner Malerin bewegen sich zwischen der Anlehnung an konkrete Räume und deren Abstraktion, wobei in den neuen Malereien die Tendenz zum Abstrakten eindeutig zunimmt. [mehr]

On the Exhibition London 2008 TRAPPED FALLEN

Patrick Heide

Ina Geißler creates spaces; rather convoluted yet somehow familiar. Ina Geißler's spatial compositions feel out the boundaries between perception and abstraction, between the second and third dimensions. Geißler's ouevre moves between an allusion to existing spaces and their abstraction, although the tendency to become fully abstract has greatly increased in her recent paintings. [more]

GEHEIMNISVOLLE GEOMETRIE

Melanie Franke Text zur Broschüre "entfernsehen" erschienen zur Ausstellung "Goldrausch2004"

In den geometrischen Kompositionen von Ina Geißler spielen Räume ineinander, splittern durcheinander und konzentrieren sich zu einem Davor und einem Darin. Das Davor ist von strengen, wie mit dem Lineal gezogenen, geometrischen Formen bestimmt. Gemalt in besänftigendem Grün, hölzernem Braun, bleiernem Grau und distanzierendem Blau. Hinter den geometrisch gebändigten Balken und Flächen ergibt sich gleichsam eine zweite Ebene, bestehend aus vielen Schichten diffuser und absichtsvoll verwischter Flecken, schwankender Linien und labyrinthischer Strukturen. [mehr]

Still´s Life

Statement Ina Geißler

Meine Bilder sind Antworten auf andere Bilder - auf jene allgegenwärtigen Virtualitäten, die uns einerseits Möglichkeiten einer neuen Teilhabe suggerieren, die man andererseits nur mit eigenen, ungreifbaren Projektionen besetzt. Der Wunsch, ein Bild zu "besitzen", wird auch bei meiner Malerei nicht erfüllt, die Oberfläche der Bilder widersteht allen Eindeutigkeiten. Das Wechselspiel der (Ent-)Täuschung erscheint als eigentliche Aufgabe der Bilder: der Blick soll nicht verstellt, sondern durch beständige Bewegung geschärft werden.

Still´s Life

Statement Ina Geißler

My images are responses to other images - to all ubiquitous virtualities that, on the one hand, suggest possibilities for new participation, yet on the other, remain one´s own impalpable projections. Neither do my paintings fulfil the desire to possess an image; the surface resists unambiguousness. The interplay between illusion and disillusion appears to be the actual purpose of the images. The gaze should not be changed or readjusted, but enhanced through constant movement.